Geschichte Togos

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TOGO

 

Togo ist ein aus Begriffen der Ewe-Sprache zusammengesetztes Wort und bedeutet "auf dem anderen Ufer". So hieß vor der deutschen Kolonialzeit ein kleines Dorf, in dessen Nähe am 4. Juli 1884 das kaiserliche Kriegsschiff "die Möwe" vor Anker ging. An Bord dieses Schiffes befand sich der kaiserliche Konsul in Tunis, Gustav Nachtigall, der den damaligen Dorfchef Mlapa dazu überredete, mit einem Kreuz unter einem Vertrag den deutschen Kaiser um Schutz zu bitten. Aufgrund dieses Vertrages blieb das Stückland Togo bis zum ersten Weltkrieg deutsches Schutzgebiet.

Obwohl der deutsche Kaiser über die Aktion des Konsuls Nachtigall wenig erfreut war, sandte er ein Jahr später Ernst von Falkenthal als ersten kaiserlichen Kommissar nach Togo. Nachdem die deutschen Kolonialherren im Landesinneren den Widerstand einzelner Stämme blutig gebrochen hatten, begannen sie ihre Kolonie mit dem Anbau von Kaffe und Kakao sowie die Aufforstung zur "Musterkolonie" zu machen.

Die Spuren der deutschen Kolonialzeit sind heute noch immer an der Architektur und an den Straßenbauplänen sichtbar. Besonders auffällig sind die Bauten an der Küstenstraße und die Zwillingstürmer der aus der deutschen Kolonialzeit stammenden Kathedrale. Sie wurde erbaut, als das Banner des deutschen Kaiserreiches über dem nahegelegenen Gouverneur-Palast im Atlantikwind flatterte. Dem Zahn der Zeit hat sie besser getrotzt als die sturmzerzauste alte Landungsbrücke, deren Reste kaum einen Kilometer weiter zunehmend im Atlantik versinken.

Den Charme von Togo mach vor allem die Mischung aus Modernität und Afrikanischer Tradition aus. Deutsche, Franzosen und auch Sklavenhändler drückten dem Ort ihren Stempel auf. Als geschichtliches Schicksal aus der Kolonialzeit ist die Hauptstadt Lomé, die einzige Hauptstadt der Welt, deren Grenzen zugleich Staatsgrenzen sind.

Togo hat an Naturschönheiten alles, was europäische Besucher auf der Flucht vor kalten Wintermonaten zu Hause schwärmen läßt: Palmen und Tropensonne, lange Sandstrände, Wasserfälle und Wälder und vor allem gastfreundliche Menschen. Hinzu kommt ein Hauch exotischer Kolonial-nostalgie, die im Landeskolonial-museum in Aneho (50 km von der Hauptstadt) liegt, entstehen läßt.

Togo besitzt den Charme eines typischen Entwicklungsland. Neben infrastruk- turellen Problemen vermittelt das Leben Freude und Entspannung pur. Um die Servicequalität zu bewahren, vermeidet die Regierung jeglichen Zug zum Massentourismus, damit der Reiz an dem Land durch Übernutzung nicht verloren geht. Dennoch geizt es als Urlaubsland nicht mit seinen Reizen, zumindest für den, der auch schon mal auf Improvisation setzt. Dies gilt etwa für eine Fahrt mit dem Überbleibsel der einst von den deutschen gebauten Bahn nach Kpalimé, einem Ort, von dem aus wunderschöne Wanderungen durch den sehr fruchtbaren tropischen Regenwald möglich ist. Wer es den Einheimischen nachmachen will und einmal für wenig Geld mit Togoern in einem "Buschtaxi" fahren will, braucht neben etwas Mut vor allem auch Geduld. Im Gegenzug erhält er dafür aber im wahrsten Sinne des Wortes engen Kontakt mit den Einheimischen.

Das heutige Togo bietet eine eigenartige Mischung aus Abenteuer, Exotik, Erholung und Kultur. So ist es kein seltenes Bild, daß man auf den langen Asphaltstraße in der Stadtmitte Seite an Seite Pauschaltouristen ihre Souvenirseinkäufe tätigen oder libanesische und europäische Geschäftsleute mit dicken Aktentaschen vor großen Banken stehen sieht. Seite an Seite lauschen so gelegentlich auch viele begeisterte Touristen im Biergarten des Restaurants "Alt-München" oder an den Pools der großen Hotels.

Togo steht nach den politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre zum trotz bei den deutschen Touristen hoch im Kurs. Die Regierung will die Touristenzahl deutlich steigern und setzt auf den Ausbau der Tourismusindustrie. Als "Winzling" unter den Staaten der Region ist Togo eine Art "Afrika en Miniature". Als schmaler, langer Korridor zwischen Atlantik, dem Nachbarn Ghana, Benin und Burkina-Faso spiegelt das ehemalige deutsche Schutzgebiet die gesamte afrikanische Vielfalt in Bezug auf seine Bevölkerung, seine Landschaft und sein Klima wieder.

 

© Honorarkonsulat München der Republik Togo